Erfolgreich abgeschlossen: Neue Wege für neue Räder

Täglich nutzen durchschnittlich mehr als 250 Radfahrerinnen und Radfahrer die neuen Velorouten zwischen Wustrow und Lüchow und zwischen Dannenberg und Hitzacker waren es rund 160.  Die Velorouten sind im Rahmen des Verbundprojekts „Neue Wege für neue Räder“ umgesetzt worden. Jetzt gibt erste Ergebnisse:

Die beiden Velorouten wurden sehr gut angenommen und können eine deutliche Steigerung des Radverkehrs verzeichnen.

Die Fahrradstraße zwischen Wustrow und Lüchow wurde nach Umsetzung der Maßnahme im Durchschnitt von täglich mehr als 250 und damit von 87 % mehr Fahrradfahrenden genutzt (zuvor waren es 134). Teilweise gab es sogar Steigerungen von rund 260%.  Im Juni 2024 wurden nahe der Jeetzelbrücke täglich 551 Radfahrende gegenüber 151 Radfahrenden im Vergleichszeitraum 2023 vor dem Bau der Fahrradstraße gezählt.

Auch auf der Strecke zwischen Hitzacker und Dannenberg stieg die Zahl der Radfahrenden bei Hitzacker im gewichteten Mittel um 84 % an. Von 86 auf 158. In Hitzacker ist auch eine Fahrradstraße entstanden, entlang der Strecke hatten Schülerinnen und Schüler der Grundschule auf großen Plakaten die Regeln für Fahrradstraßen präsentiert.

Die Idee zu dieser Aktion hatte der Radverkehrskoordinator Tilman Seifert. Er weiß, dass es auf den Fahrradstraßen oft zu Konflikten kommt. „Weil viele unsicher sind: Was darf ich und was nicht?“. Da lag es nahe, die Aufklärung über die Regeln direkt diejenigen übernehmen zu lassen, die unmittelbar davon profitieren, wenn die Regeln eingehalten werden: die Kinder, die aus Hitzacker und Umgebung mit dem Fahrrad zur Schule fahren.

Pedelec-Verleih

Das Angebot, sich eines der acht Pedelecs und Lastenräder für einen Monat kostenlos auszuleihen, nutzten bisher 227 Bürgerinnen und Bürger des Landkreises. Aus den begleitenden Befragungen zum Angebot ergab sich, dass die Fahrräder dabei durchschnittlich 161 km bewegt wurden. 35 Personen gaben an, dass sie sich in der Zwischenzeit ein Pedelec gekauft hatten. Die Befragten nutzten nach dem Ausprobieren eines Pedelecs auch langfristig öfter das Fahrrad. Auch ließen die befragten im Vergleich das Auto für 7 % der Kurzstrecken stehen und gingen häufiger zu Fuß.

Noch bis Ende 2030 können sich Bürgerinnen und Bürger des Landkreises kostenlos ein Pedelec oder lasten-Pedelec ausleihen. Mehr Informationen gibt es unter:  https://wendlandmobil.de/mobilitaetsangebote/leih-dein-e-bike

Fahrradabstellanlagen an Schulen fördern Radverkehr

Die Fahrradabstellanlagen am Schulzentrum Lüchow und an der BVS Hitzacker konnten ebenfalls Schülerinnen und Schüler dazu motivieren, öfter das Rad zu nutzen.

So stieg die Zahl der abgestellten Fahrräder im Laufe des Projektes und nach dem Bau der Abstellanlagen. Zuvor wurden im Schnitt 155 Räder abgestellt, mittlerweile sind es rund 35 mehr. 

Neben den Fahrradabstellanlagen stehen seit diesem Jahr auch 50 neue und abschließbare Fahrradboxen an Verkehrsknotenpunkten bereit. Diese modernen Fahrradgaragen bieten Radfahrenden die Möglichkeit, ihre Fahrräder tageweise oder auch über einen längeren Zeitraum sicher und trocken abzustellen. Die Fahrradboxen stehen in Hitzacker am Bahnhof und am Bohnenmarkt, in Dannenberg am Busbahnhof und am Bahnhof Dannenberg Ost, in Lüchow am Busbahnhof sowie am Bahnhof Schnega. Wer ein Pedelec nutzt, findet in den Boxen eine integrierte Lademöglichkeit für seine Akkus. Mit Ausnahme des Standorts Schnega gibt es zudem jeweils spezielle Boxen für Lastenräder. Die Fahrradboxen wurden im Januar 2026 eröffnet. Erste Zahlen dazu sollen im Sommer vorliegen.

Weitere Informationen und Buchungen unter: https://wendlandmobil.de/fahrradboxen/

Hintergrund

2022 Ist das Verbundprojekt (Landkreis Lüchow-Dannenberg, Samtgemeinden Lüchow (Wendland) und Samtgemeinde Elbtalaue) gestartet. Das Projekt „Neue Wege für neue Räder“ wurde durch die nationale Klimaschutzinitiative mit insgesamt 4,4 Millionen Euro gefördert. Es wurde in Zusammenarbeit mit den Samtgemeinden Elbtalaue und der Samtgemeinde Lüchow sowie dem Landkreis durchgeführt und umfasste mehrere Teilprojekte. Das Projekt wurde von einem Monitoring und Verkehrszählungen begleitet und die jährlichen Stadtradeln-Daten anonym ausgewertet. Zum Abschluss wurde ein Modal-Split Umfrage unter den Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt, um mehr über deren Mobilitätsgewohnheiten und Verkehrsmittelwahl zu erfahren.

Modal split survey

288 Haushalte mit 710 Personen wurden zu Ihren Mobilitätsgewohnheiten befragt. Nach der repräsentativen Umfrage verfügten 60,2 % der Bürgerinnen und Bürger über ein Auto, 47,7 % über ein Fahrrad und 29,7 % über ein E-Bike.

Mit 57 % sind mehr als die Hälfte der zurückgelegten Wege der Lüchow-Dannenberger kürzer als 10 Kilometer. Gegenüber den Erhebungen aus dem Jahr 2021 nutzten die Lüchow-Dannenberger deutlich häufiger Pedelecs (von 6 % auf 9,5 %), und den ÖPNV.

Die Nutzung konventioneller Fahrräder blieb vergleichsweise stabil bei 14,5 gegenüber 15 Prozent in 2021. Das Auto wurde um 1,5 % häufiger und damit in 52,5 % der Fälle genutzt. Im Gegenzug gingen die Bürgerinnen und Bürger insgesamt seltener zu Fuß, als noch vor 5 Jahren.

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